Jüdische Literaturen des Mittelalters (LB-2A/BB-2A/LM-11C)

Dozent:innen: Univ.-Prof. Dr. Andreas Lehnardt
Kurzname: Vorlesung JD
Kurs-Nr.: 01.053.005
Kurstyp: Vorlesung

Anwesenheitspflicht

Die aktive Teilnahme kann durch das Halten eines Kurzreferats, das Erstellen eines Kurzprotokolls oder das Bearbeiten von Übungsaufgaben nachgewiesen werden.

Empfohlene Literatur

Literatur wird im Laufe der Vorlesung bekannt gegeben.

Inhalt

Ausgehend von der Rabbinischen Literatur (Talmud und Midrasch) werden im Laufe des Semesters die wichtigsten literarischen Entwicklungen im Judentum seit dem Ausgang der Antike skizziert und anhand von Beispieltexten nachvollzogen. Ausgehend von der nachtalmudischen Literatur der Epoche der bedeutenden babylonoschen Gelehrten, der Geonim, in Babyolonien und im Lande Israel, die die Responsen-Literatur hervorbrachten und erste  Rechtskodizes verfassten, entstanden daneben auch Talmud-Kommentare und mystische Werke, die das Judentum im Laufe des Mittelalters nachhaltlig veränderten und prägten. Die Sprache des gelehrten Judentums wird Arabisch, die Liturgie wird in Gebetbüchern (Siddur, Machsor) erstmals festgehalten und erste Werke einer eigenständigen rabbinischen Geschichtsschreibung (Iggeret Rav Sherira Gaon) prägen das geonäische Literaturschaffen. Auch zahlreiche Dichtungen (Piyyutim), die in die Gottesdienste eingeführt werden, tragen zu einem sicht stetig ändernden Charakter der jüdischen Gebets- und Schriftkultur bei. Insbesondere in Spanien, wo die jüdische Gelehrsamkeit insgeamt eine bemerkenswerte Blütezeit erlebt, entstehen zudem philosophische Dichtungen (Keter Malkhut) und Dialoge (Yehuda ha-Levi, Kusari), die bis heute rezitiert und studiert werden. Auch die frühe jüdische Mystik, wie sie in der Hekhalot-Literatur überliefert wurde, erlebt eine breitere Rezeption und entwickelt sich weiter bis zu ihren ausgeprägten Formen in der klassischen Kabbala der südfranzösischen (Lunel) kastilischen und katalanischen Schulen (Gerona). Mit der Verbreitung der Hauptschriften der Kabbala, insbesondere mit dem Buch Zohar, erhält das Judentum neue Impulse, die es ihm ermöglichen, schwere Katastrophen bis hin zur Vertreibung aus Spanien (1492) zu verarbeiten und in eine fortentwickelte rabbinische Theologie einzuarbeiten. Auch die rationalistischen Strömungen im Judentum, insbesondere angeregt durch die Werke des wohl wichtigsten mittelalterlichen jüdischen Denkers, Moshe ben Maimon, erlangen vor diesem Hintergrund neue Bedeutung und prägen das Judentum seither in vielfältiger Weise bis in die Gegenwart. Schließlich soll in der VL auch auf Geschichtswerke, Chroniken und Legendensammlungen eingegangen werden, wobei damit auch die frühe jiddische Literaturgeschichte in den Blick gerät, die insbesondere die Schriften des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen aschkenasischen Judentum beleuchtet.

Zusätzliche Informationen

Diese Lehrveranstaltung ist prüfungsrelevant für die Zwischenprüfung im Studiengang Mag. Theol. gem. § 20 (4).

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
22.10.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
29.10.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
05.11.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
12.11.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
19.11.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
26.11.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
03.12.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
10.12.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
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17.12.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
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07.01.2027 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
14.01.2027 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
21.01.2027 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
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28.01.2027 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
04.02.2027 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III
11.02.2027 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 321 T3
9184 - Taubertsberg III