„Das Kreuz mit der Lust“. Ehe, Sexualität und Missbrauch im Protestantismus seit der Reformation (LM-9B)

Dozent:innen: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Breul
Kurzname: Kreuz der Lust
Kurs-Nr.: 01.053.605
Kurstyp: Seminar

Voraussetzungen / Organisatorisches

Das Seminar findet in Gestalt von vier Studientagen am Dienstagnachmittag (und einer Vorbesprechung) statt. Die genauen Termine werden in der Vorbesprechung gemeinsam festgelegt. In der Vorbesprechung lege ich eine Auswahl von Themen vor, aus denen die Seminargruppe gemeinsam auswählt. 

Termine (kursiv: alternative Vorschläge, werden am 15.10. gemeinsam festgelegt)

  1. Dienstag, 15.10., 18-20 Uhr (digital via MS Teams): Vorbesprechung

o    1. Studientag: 5. oder 12. November 12-18 Uhr. 
o    2. Studientag: 3. oder 10. Dezember  12-18 Uhr
o    3. Studientag: 7. oder 14. Januar 12-18 Uhr. 
o    4. Studientag: 28. Januar oder 4. Februar 12-18 Uhr. 
 

Anwesenheitspflicht

Für die Anwesenheit im Seminar gelten die gesetzlichen Regelungen. Für die aktive Teilnahme ist die aktive Partizipation an den Seminarsitzungen notwendig. Nichtteilnahme an den Seminarsitzungen kann durch die Übernahme von Kurzreferaten (10-12 Min.) oder anderen schriftlichen Leistungen ausgeglichen werden.

Empfohlene Literatur

o    Die einschlägigen Artikel zu "Ehe" / "Familie" in RGG, TRE, LThK.
o    Wolfgang Breul: Ehe und Sexualität im Pietismus, EvTh 73 (2013), 339-352.
 

Inhalt

Das Thema „Ehe und Sexualität“ hat den Protestantismus seit seinen Anfängen immer wieder intensiv beschäftigt. Im frühen 16. Jahrhundert war der Kampf für die Priesterehe eine wesentliche Triebfeder der reformatorischen Bewegung. Luther setzte sich für die Aufwertung ehelicher Sexualität und die Anerkennung der Hausarbeit ein; er sah die Erziehung von Kindern durch ihre Eltern als höchstes Amt in der Christenheit. In der Folge wurden Pfarrfamilie und Pfarrhaus zu einem Merkmal des Protestantismus. Der Pietismus rang um die Einbeziehung von Ehe und Sexualität in seine erfahrungsorientierte Frömmigkeit. Es gab ein breites Spektrum an Vorstellungen von der Ablehnung jeder Form von Sexualität über die traditionelle Ehe hin bis zu einer religiösen Überhöhung ehelicher Sexualität. Im 19. Jahrhundert waren die Kirchen maßgeblich an der Durchsetzung von Vorstellungen der bürgerlichen Familie beteiligt. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts und im frühen 21. Jahrhundert reagierten die Kirchen auf die veränderten Haltungen zu Ehe, Sexualität, Homosexualität, Transidentitäten etc. in der Gesellschaft abwehrend und zurückhaltend. Nur allmählich setzten sich Öffnungen durch. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass auch die evangelischen Kirchen viele Fälle von sexuellen Mißbrauch hatten, die nicht oder nur zögernd verfolgt und aufgearbeitet wurden. 

Mögliche Themen:
•    Der Kampf um Zölibat und Priesterehe in Flugschriften der Reformationszeit
•    Ehe und Sexualität in der Theologie der Reformatoren (Luther: „Vom ehelichen Leben“ u.a. Schriften)
•    Ehe und Familie der Reformatoren.
•    Die Doppelehe des hessischen Landgrafen Philipp. Eine Skandalgeschichte der Reformationszeit?
•    Ehe und Sexualität bei Philipp Jakob Spener
•    Ehe ohne Sexualität: Gottfried Arnold
•    Ehe als Teil der Religiösität: Nikolaus Ludwig von Zinzendorf
•    Die Ehelehre Dietrich Bonhoeffers und/oder Karl Barths
•    Judith Butler das Unbehagen der Geschlechter
•    Die evangelischen Kirchen und Homosexualität
•    Sexueller Mißbrauch in den evangelischen Kirchen
•    Weitere Themenvorschläge sind möglich. 
 

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
22.10.2024 (Dienstag) 17:00 - 19:00 Vorbesprechung per Teams (Link wird noch gesendet)
05.11.2024 (Dienstag) 12:00 - 18:00 00 322 T8
9184 - Taubertsberg III
03.12.2024 (Dienstag) 12:00 - 18:00 00 322 T8
9184 - Taubertsberg III
07.01.2025 (Dienstag) 12:00 - 18:00 00 322 T8
9184 - Taubertsberg III
28.01.2025 (Dienstag) 12:00 - 18:00 00 322 T8
9184 - Taubertsberg III