Anthropologie des rabbinischen Judentums (LB-2A/BB-2A/LM-11C)
Dozent:innen: Univ.-Prof. Dr. Andreas LehnardtKurzname: Anthrop. rabb. JD
Kurs-Nr.: 01.053.660
Kurstyp: Vorlesung
Empfohlene Literatur
Avemarie, Friedrich, Tora und Leben. Untersuchungen zur Heilsbedeutung der Tora in der frühen rabbinischen Literatur, TSAJ 55, Tübingen 1996.Levinson, Pnina-Nave, Einführung in die rabbinische Theologie, 2. Aufl. Darmstadt 1987.
Schechter, Salomon, Aspects of Rabbinic Theology. Major Concepts of the Talmud, Introduction by Louis Finkelstein, New York 1909.
Schäfer, Peter, Rivalität zwischen Engeln und Menschen. Untersuchungen zur rabbinischen Engelvorstellung, Studia Judaica 8, Berlin, New York 1975.
Schreiner, Stefan, Partner in Gottes Schöpfungswerk - Zur rabbinischen. Auslegung von Gen 1,26-27, in: Judaica 48 (1993), S. 131-145.
Scholem, Gerschom, Über einige Grundbegriffe des Judentums, Frankfurt am Main 1970.
Inhalt
Unter dem Begriff Anthropologie versteht man in der Theologie die Lehre vom Menschen in Ergänzung zur Lehre von Gott. Die hebräische Bibel wie auch das Judentum späterer Zeiten haben neben einer Gotteslehre Vorstellungen vom Menschen entwickelt, die in der Vorlesung vorgestellt werden sollen. Grundmotive und Ideen der rabbinischen Vorstellungen von den Möglichkeiten und Grenzen des Menschen vor Gott sollen dabei im Zentrum stehen. Im rabbinischen Denken, wie es im Talmud und in den Midraschim sowie den Targumim überliefert ist, wird der Mensch oft als unmittelbare Einheit aus Körper und Seele verstanden. Eine Dichotomie von Körper und Seele, wie sie im hellenistischen Judentum aufgenommen und anschließend im christlichen Denken verbreitet wurde, ist dem anfänglichen Denken der Rabbinen noch fremd. Doch wie verstehen die Rabbinen etwa die Freiheit des Menschen in seiner Wahl, die Gebote der Tora zu erfüllen? Ist der Mensch von Geburt an gut geschaffen und in der Lage, Gutes zu tun und damit als "Partner Gottes" die Gebote zu erfüllen? Oder ist er vollkommen determiniert? Ist die Tora der Zweck des Menschen oder umgekehrt ist der Mensch für die Tora geschaffen? Welchen Anteil erhält der Mensch durch das Befolgen der Tora vor Gott? Haben "Verdienste“ (Anteile der Väter, Zekhut Avot) eine Bedeutung? Spielt die Lehre vom Bösen Trieb (Yezer ha-ra) im jüdischen Denken eine zentrale Rolle? Und wie kann das Böse vor dem Hintergrund der großen Leiden, die dem Judentum widerfahren sind, verstanden werden? Welche Rolle spielen die Engel in der rabbinischen Betrachtung des Menschen? Und gibt es eine Lehre vom Satan? Welche Sühnemöglichkeiten verleiht Gott, zumal nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem? Kann das Gebet die Opfer ersetzen? Und welche Rolle spielen Nichtjuden im Rahmen der Sicht vom Menschen im Judentum? Diesen und ähnlichen Fragen im Hinblick auf die Lehre vom Menschen wird die Veranstaltung anhand ausgewählter Quellen und Sekundärliteratur nachgehen.Termine
| Datum (Wochentag) | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| 16.04.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 23.04.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 30.04.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 07.05.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 21.05.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 28.05.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 11.06.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 18.06.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 25.06.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 02.07.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |
| 09.07.2026 (Donnerstag) | 12:15 - 13:45 | 00 311 T4 9184 - Taubertsberg III |