Öffentlicher Vortrag

Prof. Dr. TheoVennemann (München) wird am Freitag, 1. November um 19 Uhr im Atrium Maximum einen öffentlichen Vortrag im Rahmen des 11. Mainz International Colloquium on Ancient Hebrew (http://www.micah.hebraistik.uni-mainz.de/204.php) halten zum Thema: "

Der Vortrag behandelt eine neue Theorie zur Herkunft der germanischen Runenschrift, einem der umstrittensten Probleme der Germanistik.
Dass die Runen letztlich wie alle westlichen Schreibsysteme auf ein semitisches, nämlich phönizisches Schreibsystem des 2. und 1. Jahrtausends vor der Zeitenwende zurückgehen, steht außer Frage. Fraglich ist die unmittelbare Quelle. Dazu gibt es drei traditionelle Theorien: die Griechische, die Etruskische und die Lateinische These. Alle drei lassen viele wichtige Fragen offen. Was nie als mögliche Quelle in Betracht gezogen wurde, ist die westlichste Spielart des phönizischen Schreibsystems, das punische Alphabet Karthagos und seiner europäischen Kolonien.
Diese Karthagische oder Punische These erklärt nicht nur Gestalt und Lautwert der einzelnen Runen, für einige zum erstenmal überhaupt, sondern auch zum guten Teil ihre untraditionelle Reihenfolge, f u th a r k usw., sowie ihre auffälligen Schreibregeln. Sie erklärt ferner die Tatsache, dass die Runen mit germanischen Substantiven benannt sind, deren Anfangsbuchstaben den Lautwert der jeweiligen Rune haben, zum Beispiel am Anfang die f-Rune *Fehu ‚Vieh‘ als Übersetzung des ersten phönizischen (hebräischen) Buchstabens ’Aleph ‚Rind‘. – Diese Zusammenhänge werden in Wort und Bild ausführlich dargestellt.