La Giuditta

Mit dem szenischen Oratorium „La Giuditta“ von Alessandro Scarlatti eröffnet das Staatstheater Mainz über drei Spielzeiten eine Operntrilogie unter dem Motto „Gottes starke Töchter“. Die Aufführung erfolgt in Kooperation mit der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Hochschule für Musik / Internationale Sommerschule "Singing Summer". Auch zwei WissenschaftlerInnen der Evangelisch-Theologichen Fakultät sind an der Aufführung bzw. an einer begleitenden Ringvorlesung beteiligt.

Akd. Dir. Dr. Reinhard G. Lehmann schrieb mit der Hand den hebräischen Text, der in „La Giuditta“ (Judith) als Videoprojektion im Bühnenbild erscheint. Um die animierte Videoprojektion zu ermöglichen, musste der handschriftliche Schreibvorgang des gesamten Texts Buchstaben für Buchstaben und Strich für Strich auf einem Graphiktablet elektronisch erfasst und dann von einem Videotechniker nachbearbeitet werden. Bei dem dargestellten Text handelt es sich um Abschnitte aus einer mittelalterlichen hebräischen Übersetzung des Buches Judith, das zu den sogenannten apokryphen Büchern des Alten Testaments gehört und aus der Antike nur in griechischen Textfassungen überliefert ist. Der vermutlich hebräische Originaltext des Buches Judith gilt als verloren.

Prof. Dr. Heike Omerzu beteiligt sich an der Ringvorlesung zu "La Giuditta" im Rahmen des Studium Generale der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie hält am 6. Dezember 2007, 18.15h (Muschel, N 3) einen Vortrag mit dem Titel "Judith: Fromme Frau oder femme fatale? Eine theologische und literarische Spurensuche aufgrund der biblischen Erzählung".